Christian Chamorel - Presse

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Interpretation:  
 
Kritik von Maxi Einenkel
 
Die Violinstin Rachel Kolly d'Alba und der Pianist Christian Chamorel zeigen vollen Einsatz in ihrer Einspielung mit Werken von Franck und Chausson. Das Ergebnis sind lebendige und emotionsgeladene Interpretationen.
 
Mit ihrer vierten CD erfüllt sich die Schweizer Geigerin Rachel Kolly d’Alba einen Kindheitstraum und widmet sich zwei großen Werken, die sie in jungen Jahren stark in der Entscheidung beeinflusst haben, professionelle  Violinistin zu werden. Mit ihrem langjährigen musikalischen Partner, dem Pianisten Christian Chamorel, präsentiert sie auf dem bei Aparté erschienenen Album ‚Fin de siécle‘ zwei bedeutende Werke ebendieser Epoche. Zu hören sind César Francks (1822-1890) Sonate in A-Dur FWV 8 und Ernest Chaussons (1855-1899) Konzert für Violine, Klavier und Streichquartett op. 21, bei dem der Solisten Kolly d’Alba das Spektral Quartet Chicago zur Seite steht. Abgerundet wird die CD durch Chaussons kurzes 'Interlude' aus seinem halbstündigen Orchesterwerk 'Poéme de l’Amour et de la Mer'.
 
Ein paar Hintergrundinformationen zur Zeit des Fin de siécle, den zwei Komponisten und ihren Werken finden sich im englisch- und französischsprachigen Booklet. Sowohl zu Francks A-Dur-Sonate wie auch Chaussons Konzert gibt es gefühlt so viele Einspielungen wie Sand am Meer. Das macht die von Kolly d’Alba selbst gestellte Aufgabe umso schwieriger, dem Hörer ihre persönliche Bindung zu den Stücken zu vermitteln. Schwer, aber nicht unmöglich – eines ihrer Merkmale ist ihr leidenschaftliches Violinspiel, das einen sehr emotionalen Zugang zu den Werken schafft. Dabei hat es sicher nicht geschadet, dass sie bereits seit ihrem zwölften Lebensjahr mit Christian Chamorel musiziert, beide somit eine tiefe musikalische Verbundenheit teilen. Diese ist auch auf dem Album unüberhörbar und stellt in allen drei Aufnahmen unbedingt einen Pluspunkt dar. D’Alba und Chamorel glänzen durch ein selbstbewusstes und harmonisches Zusammenspiel, das perfekt aufeinander abgestimmt ist. Beispiele dafür sind die fließenden Übergängen zwischen den Instrumenten im dritten Satz der A-Dur-Sonate oder der vierte Satz, in dem die Violine wunderbar frei im Tempo variiert, das Klavier ihr ohne Schwierigkeiten folgt und trotzdem sein leichtes Spiel beibehält.
 
Doch nicht nur mit ihrem langjährigen musikalischen Partner, sondern auch mit dem Spektral Quartet gelingt das Zusammenspiel sicher. Das Timing in Chaussons Konzert ist stets auf den Punkt. D’Alba weiß, wann sie sich den anderen Streichern unterordnen muss, um mit deren Klang zu verschmelzen und im Gegenzug schafft es das Spektral Quartet, sie im richtigen Moment in den Vordergrund zu bringen und den Klang strahlend hervortreten zu lassen, z.B. im fulminanten dritten Satz, dem 'Grave'.
 
Die Einspielungen sind zwar auch technisch versiert, vor allem aber sehr emotional, was sie zu großen Teilen Rachel Kolly d’Albas engagiertem Spiel verdanken. Die Violinistin holt die differenziertesten Klänge aus ihrer  Stradivari von 1732 heraus. Beginnt sie den ersten Satz der A-Dur-Sonate noch gehaucht in moderat wiegendem Tempo, präsentiert sie schon im darauffolgenden 'Allegro' einen markanten ‚Aufschrei‘ und erzeugt durch intensives Spiel die für diesen Satz nötige Spannung. Den Höhepunkt des 'Grave' von Chausson beschließt sie mit einem durchdringenden, emotionalen Fortefortissimo. Ihr viel gerühmtes Vibrato setzt die Musikerin sparsam, dafür umso effektiver ein, wobei sie sich insgesamt eng an die Partiturvorgabe hält. Ihr sicheres Gefühl für Phrasierungen und Spannungsbögen macht deutlich, wie intensiv sich d’Alba mit der Musik auseinandergesetzt hat. Ihr nuancenreicher lyrischer Ausdruck findet an vielen Stellen in den drei Werken Anwendung, z. B. im 'Décidé' und Finale des Konzerts oder auch dem vierten Satz der A-Dur-Sonate.
 
Chamorel ist sowohl ein hervorragender Solopianist wie Begleiter; beides stellt er in diesen Aufnahmen unter Beweis. Seine Fingerfertigkeit im zweiten Satz der A-Dur-Sonate beeindruckt ebenso wie sein energisches Spiel im vierten Satz. Im Chausson-Konzert muss er sich gleich gegen ein ganzes Streichquartett durchsetzen und auch hier gelingt es ihm souverän, Atmosphäre zu erzeugen und, z.B. im Finale, die Musik voranzutreiben.
 
Schade ist, dass sich der Klang der Violine nicht immer gegen das Klavier durchsetzen kann. Besonders im emotional aufgeladen Fortefortissimo des zweiten Satzes der A-Dur-Sonate sowie an manchen Stellen des Konzerts, besonders im ersten Satz, wünscht man sich etwas mehr Präsenz der Violine bzw. der Streicher und einen weniger durchdringenden Klavierklang. Mit dem Einsatz, mit welchem d’Alba spielt, sowie der Klangstärke des Spektral Quartets kommt allerdings der Verdacht auf, dass es sich hierbei eher um ein Problem der richtigen Abmischung handelt als um eines der Ensemblebalance. Im letzten Satz der A-Dur-Sonate hat  d’Alba wiederum keine Schwierigkeiten, sich an genau den richtigen Stellen durchzusetzen. Auch in der 'Sicilienne' und dem 'Grave' des Konzerts bestechen Streicher und Klavier durch eine sehr schöne Klangbalance.
 
Auf ‚Fin de siécle‘ agieren Rachel Kolly d’Alba und Christian Chamorel mit großem Engagement und expressivem Vortrag. An manchen Stellen zeigen sie sogar zu viel Einsatz, was zu Lasten der klanglichen Klarheit geht. Dennoch entstehen angenehm moderne Interpretationen zweier viel gespielter Stücke, in denen die Musiker selbstbewusst und leidenschaftlich auftreten. Das abschließende, knapp zweiminütige 'Interlude' wirkt wie ein Bonustrack, der den Hörer mit leichten und lyrischen Gesten aus dem Programm verabschiedet.

 
„Mit einem wunderbar perlenden, präzisen, dabei anmutigen und ungemein ausdrucksstarken Spiel, technisch perfekt, eröffnete der junge Schweizer Pianist Christian Chamorel das Klavierfest Diessen. (...) Bei den Sonetti nach Petrarca fing das Klavier zu singen an. Das geschieht nicht oft bei Konzerten. (...) Die schwierigsten Passagen mit schnellstens zu greifenden Akkorden schaffte er mit unglaublicher Treffsicherheit. Die Fülle des orchestralen Vortrags und die Dramatik der Komposition erreichte Chamorel mit Ruhe und grosser Gelassenheit."
Landsberger Tagblatt

„Ein Vollblut-Musiker. Christian Chamorel zu lauschen macht süchtig. Süchtig nach seinem geschmackvollen Spiel, seiner warmherzigen, impulsiven Expressivität und seiner unglaublichen Interpretationslogik. Die trieb das Publikum nicht zu Raserei, sondern gab den aufmerksam lauschenden Zuhörern viel zum Nachdenken."
Fränkische Landeszeitung

„Und wenn dann Christian Chamorel aus der Meisterklasse von Homero Francesch die Sonate E-Dur op. 109 nicht nur mit den Händen, auch mit Herz und Verstand gestaltet, dann weiß man, dass die adäquate Beethoven-Interpretation nicht mit Arrau oder Gulda zu Ende gegangen ist."
Neue Musikzeitung
„Die Affinität des Künstlers zu Liszt war offenkundig. Mit einer technischen Bravour der Sonderklasse blieb er den Stücken aus Années de Pèlerinage nichts schuldig."
Oltner Tagblatt 
„Programmeröffnung mit Schuberts a-moll-Sonate (1823). Christian Chamorel ließ Quinte und fallenden Halbton des Themas erklingen, als komme alles aus bleicher Trostlosigkeit, erschütternd, kaum Licht im Mattdüsteren, auch die Bass-Akkorde dunkel, unheimlich. Schwer kämpfte sich der Klang ins Hellere, bis das Fortissimo theatralisch donnerte. Chamorel machte klar: Hier agiert ein dramatischer Pianist. Selten hörte man diese Sonate so, als wollte Schubert eine Klavier-Oper inszenieren."
Südkurier
„...Aber natürlich wurde es (ein Wettbewerb). Das hingerissene Publikum nahm an ihm teil. Es zeichnete den Schweizer Christian Chamorel, der Beethovens „Eroïca“- Variationen mit erforderlichem Ausdruckssturm zu Gehör brachte, im ersten Konzert deutlich aus." 
Berliner Morgenpost
„...hier wird den Gefühlen freien Lauf gelassen, eine enorme musikalische Begabung wird spürbar, das drängt, das fragt, mitreißend interpretiert!" 
Aargauer Zeitung
„Mit seiner technischen Souveränität und seinem wunderbaren Umgang mit Klangfarben ist der sensible Musiker in der Lage, sein Publikum zu faszinieren." 
Gitti Pirner
„Ein einfühlsamer Begleiter."
Süddeutsche Zeitung